DAS ROTE ZIMMER


DAS ROTE ZIMMER

Herzlich willkommen im roten Zimmer!

Warum dieses Zimmer das ROTE Zimmer ist, ist beim Betreten wahrscheinlich offensichtlich. Allerdings hat sich im Nachhinein noch eine weitere subtilere Bedeutung des Namens heraus gestellt: zu DDR-Zeiten war Neuensund  nämlich selbst verwaltet – heute gehört es zu der Stadt Strasburg (Um.). Von diesem Raum war das hintere Drittel durch eine Wand abgetrennt; in diesem kleineren Raum saß der Bürgermeister. In den beiden feudaleren zweidritteln des Zimmers im vorderen Bereich regierte die Gemeinde-Sekräterin. Bei der Eingemeindung Neuensunds in die Verwaltung der Stadt Strasburg am 9.9.1992 wurde hier neben einigen Aktenschränken und Papieren auch der grüne Stuhl im grünen Zimmer zurück gelassen. Sogar die Kaffeemaschine stand noch da und wir fanden sage und schreibe 4 DM in Münzen in einem der hinterlassenen Schränken.

Nach 1992 wurden das Zimmer, anders als die anderen Räume hier im Haus, nicht zu Wohnzwecken genutzt und stand leer. Dies ist auch der Grund, warum hier als einziges die alten Holzfenster noch erhalten sind. So können wir nun glücklicherweise zur möglichen Restaurierung nachvollziehen, welche Fenster dieses Haus ursprünglich einmal hatte.

Leider war der Fussboden mit diversen Schichten Teerpappe, Linoleum und anderen Dingen belegt, die sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer undefinierbaren Masse vereint hatten. Ein Durchkommen zu den Dielen mir Schleifgeräten, Spachteln und Lösungsmitteln war unmöglich. Wir waren schon kurz davor, die Dielen aufzugeben und heraus zu reißen, aber unsere lieben Mitarbeiter wollten dies nicht auf sich sitzen lassen und haben teilweise in Handarbeit die Reste vom Boden gekratzt. Eine ganze Woche ist für die Wiederherstellung des Boden ins Land gegangen, das Resultat ist zwar nicht perfekt, aber so hat auch dieser Boden eine Geschichte.

Die beiden großen roten Ohrensessel stammen aus der Konkursmasse eines Berliner Hotels, das – geht man nach dem Zustand der Möbel – kurz nach der Eröffnung wieder geschlossen wurde. Das kleine Tischchen hat unsere gute Seele Isolde, die Ihr sicher schon kennen gelernt habt, noch bei sich auf dem Dachboden gefunden und uns zur Verfügung gestellt. Nähere Infos zu der Herkunft gibt es daher nur bei Isolde direkt!

Die roten Wandhaken sind ein Dachbodenfund aus dem Obergeschoss, das Weinkistenregal ist mit 8 Schrauben selbst gebaut und das kleine rote Baum-Bild hat ein Berliner Künstler in den 90-er Jahren gemalt, seinen Namen wissen wir leider nicht mehr. Die Tulpen über dem Bett hat die Mutter zweier der Gutsbesitzer gemalt.

Alle unsere Zimmer sind Nichtraucher-Zimmer!